Fragenkatalog zur Erstellung eines Pandemieplans für Ihr Unternehmen 08 April 2020 | Ralph Geiger

Niemand kann derzeit sagen, wie sich der Ausbruch von Corona weiter entwickeln wird; empfindliche Auswirkungen für die Wirtschaft sind aber schon jetzt eingetreten. Die Einflussmöglichkeiten eines Unternehmens sind gering, gleichwohl sollte jedes Unternehmen mögliche Risiken analysieren, um so gut wie möglich gegenzusteuern.

Im Anhang finden Sie einen detaillierten Fragekatalog zur Pandemieplanung. Es bietet sich an, sämtliche der aufgeführten Positionen in Bezug auf Ihr Unternehmen zu überprüfen und auf ihre Relevanz für Ihren Betrieb zu testen.

Wir empfehlen Ihnen, die einzelnen Fragen wirklich bis zu Ende zu denken, denn nur so können Sie Ihre betriebliche Situation realistisch einschätzen und (noch) rechtzeitig gegensteuern.

 

I. Analyse der betrieblichen Situation in Bezug auf das Virus 

  1. Gibt es im Betrieb bereits Personen, die sich mit dem Virus infiziert haben? Wenn ja, wieviele? Wie wird der Ausfall kompensiert?
  2. Gibt es im Betrieb Personen, die unter Quarantäne stehen? Wenn ja, wieviele? Wie wird der Ausfall kompensiert?
  3. Gibt es im Betrieb Personen, die wegen anderer Erkrankungen kurzfristig/langfristig ausfallen? Wenn ja, wieviele? Wie wird der Ausfall kompensiert?
  4. Welche Vorkehrungen im Rahmen der Fürsorgepflicht sind bereits erfüllt, was muss noch erledigt werden? Wie sieht das Informationskonzept aus? Sind Verhaltens- und Hygieneregeln, Auskunfts- und Mitwirkungspflichten bekannt?
  5. Gibt es Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Schutzmitteln (z.B. Lieferengpässe bei Mundschutz, Desinfektionsmitteln)? Wie soll diesen begegnet werden? Ist ansonsten alles in ausreichender Menge vorhanden?
  6. Ist bereits eine Person bestimmt, die für das „Corona-Management“ zuständig sein soll (Bsp. Betriebsarzt)? Ist diese ausreichend medizinisch geschult?
    Ist die Bestellung der Person im Betrieb publik? Übernimmt die Person auch das Informations-Management?
  7. Wurden Präventionsmaßnamen für Mitarbeiter im Ausland/Rückkehrer getroffen?
  8. Gibt es einen Maßnahmekatalog für den Fall einer Erkrankung am Arbeitsplatz?
  9. Besteht bereits eine Kooperation mit einer Gesundheitsbehörde? Sind die Ansprechpartner, Kontaktdaten für den Notfall bekannt?
  10. Ist der Betriebsrat in die Pandemieplanung ausreichend miteinbezogen?
  11. Sind die Kommunikationswege und Zuständigkeiten zwischen allen Mitwirkenden geklärt und bekannt?

 

II. Analyse der betrieblichen Situation in Bezug auf wirtschaftliche Risiken

  1. Welche Grundfunktionen/-Abläufe im Betrieb müssen unter allen Umständen aufrechterhalten werden?
  2. Mindestens wieviele und welche Mitarbeiterpositionen müssen gewährleistet sein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten?
  3. Wie fängt der Betrieb bisherige krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitern auf?
  4. Welche Aufträge/Lieferungen/Leistungen müssen prioritär erfüllt werden? Ist die Erfüllung gesichert?
  5. Wo drohen dem Betrieb Unterbrechungen von Lieferketten? Können die Ausfälle kompensiert werden?
  6. Wie können Betriebsabläufe reduziert werden? Sind die Mitarbeiter entsprechend informiert?
  7. In welchen Arbeitsbereichen und in Bezug auf welche Mitarbeiter bietet sich Home-Office an? Sind die Voraussetzugen (Vereinbarung) gegeben? Wer ist im Betrieb zuständig? Sind die Mitarbeiter für das Home-Office ausgestattet? Was muss sonst ggf. angeschafft werden?
  8. Kommt für den Betrieb Kurzarbeit in Betracht? Für welche Mitarbeiter? Sind die Voraussetzungen hierfür gegeben? Wer ist zuständig?
  9. Inwieweit können Ausfälle durch Anordnung von Überstunden anderer Mitarbeiter aufgefangen werden?
  10. Besteht die Möglichkeit, im Unternehmen notfallweise auch betriebsfremde Personen einzusetzen? Sind hierfür schon Informationen eingeholt/Kontakte geknüpft? Können eventuell altersbedingt ausgeschiedene Mitarbeiter aktiviert werden?
  11. Ist der Datenschutz gesichert? Wer ist hierfür zuständig? Ist die Person datenschutzrechtlich ausreichend geschult?

 

III. Sonstiges 

  1. Sind Kompetenzen und Zuständigkeiten wirklich definitiv und für alle transparent geklärt?
  2. Wie wird der Ausfall von Entscheidungsträgern aufgefangen?
  3. Ist die Kommunikation bei Rückkehr zum normalen Betriebsablauf geklärt?
  4. Wie werden Betriebseinschränkungen gegenüber Geschäftspartnern kommuniziert? Wer ist hierfür zuständig?
  5. Ist das „worst-case“ Szenario berücksichtigt? Kann es aufgefangen werden?
  6. Ist geklärt, welche Hilfen von der Regierung zu erwarten sind? Kommt der Betrieb hierfür in Betracht? Wer kümmert sich federführend um die Beantragung etwaiger Hilfen?

Bei Rückfragen hierzu stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Ralph Geiger

Ralph Geiger

Ralph Geiger ist Jahrgang 1975 und seit 2004 als Rechtsanwalt tätig. Er berät vorrangig in den Bereichen Gesellschaftsrecht und Restrukturierung sowie bei nationalen und grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen.

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